Meine Kulanzanfrage für VW Passat vom Februar 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor ca. 4 Jahren habe ich nach langem Überlegen die Automarke gewechselt und kam von BMW zu VW. Nicht weil der BMW schlecht war, sondern weil mir der VW Passat sehr gut gefallen hat. Das sich das Ganze mittlerweile zu einem nicht endenden Alptraum entwickelt, ahnte ich damals natürlich nicht. Schließlich dachte ich ja, dass Volkswagen auch für eine gewisse Qualität, besser als zumindest Opel, Ford und viele ausländische Marken.

In den 3 ½ Jahren stand das Auto ca. 25 x außerplanmäßig in der Werkstatt. Ob jemals ein Ende abzusehen ist, bleibt fraglich. 3 x brauchte ich in den letzten Monaten einen Notdienst. 3 x habe ich mich mit letzter Kraft in die Werkstatt geschleppt.

Hier mal eine kurze Auflistung der Probleme, wobei noch nicht alle endgültig gelöst sind.

  • Verschiedene Teile während der Fahrt verloren (Abdeckung Logo an Felge, Abdeckung Scheinwerferreinigungsanlage, Leiste für Windschutzscheibe)
  • Ölverlust bei ca. 10.000 km
  • Radio ging beim Anlassen des Motors aus wenn es geregnet hat.
  • Innenverkleidung löste sich, besonders an B- und C-Säule auf der Fahrerseite (wurde x-mal ausgetauscht, teilweise auch auf eigene Rechnung. Ist immer noch nicht optimal)
  • Alle Parksensoren wurden ausgetauscht, die Vorderen teils auf eigene Rechnung. Derzeit hat immer noch mindestens einer eine Fehlfunktion bei Frost oder Nässe)
  • Fehlfunktion der Blinker
  • Kofferraum lies sich nicht mehr schließen bei Frost

… und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Zugegeben, viele Sachen passierten während der Garantiezeit. Um den defekten Parksensor und die Verkleidung kümmere ich mich nicht mehr. Ich habe es schon als Gegeben hingenommen, dass VW mir hier nicht weiterhelfen kann, ohne dass mir weitere Kosten entstehen.

Aber das waren bisher alles Peanuts im Vergleich dazu, was mir seit Juni letzten Jahres mit dem VW Passat passiert ist.

Nachdem wir 14 Tage unser Auto im Flughafenparkhaus stehen hatten, wollten wir Nachts mit unserer kleinen Tochter schnellstmöglich wieder heimfahren. Leider sprang das Auto nicht mehr an, so dass wir einen Notdienst rufen mussten. Nach dem Start ging es dann endlich nach Hause. Allerdings kurz vor Schweinfurt brannte zum ersten Mal die Motorkontrollleuchte und das Fahrzeug schaltete auf Notprogramm. Wir schleppten uns dann noch heim um am nächsten Tag in der Werkstatt das Auto checken zu lassen. Dummerweise war außer Spesen nichts gewesen. Meine Werkstatt fand keinen Fehler. Das ich 4 Tage später einen Reifenplatzer hatte, war wohl einfach nur Pech. Ich habe dann den Reifen nach Anleitung mit dem Notreparaturset repariert. Dass sich dann das weiße Kautschuk nach 3 km Fahrt über meine ganze Straße verteilte, war wohl noch größeres Pech.

Dann hatte ich Ruhe, bis zum 23.01.2010. Was dann kam, kann man wohl sicher als Rekordverdächtige Pleiten-, Pech- und Pannenserie bezeichnen. Aber von Anfang an…

Wir fahren nach Dresden. Kurz vor dem Ziel leuchtet mal wieder die gelbe Motorkontrollleuchte auf. Wir hatten das ja schon mal. Da aber der Leistungsverlust so groß war, ließen wir das Auto abschleppen. Der Techniker fand schnell heraus, dass 2 Zündspulen defekt waren. Wie das aber so ist, passiert so was immer am Wochenende und der Techniker hatte nur eine da. Was tun??? Bis Montag warten? Ich wollte doch am Dienstag nach Österreich. Hier muss ich mich wohl nochmals bei meinem alten Freund Torsten S. bedanken, der Zubehörexperte bei VW xxxxxx in Dresden ist, der alle Hebel in Bewegung setzte um mir die 2. Zündspule zu beschaffen und das trotz seines Geburtstages!

Okay, wir konnten also wie geplant mit einigen Stunden Verspätung heimfahren. Kurz vor Schweinfurt hatte ich wieder das Gefühl, dass mein Motor nicht rund läuft. Gott sei dank ging bereits am Montag morgen die gelbe Motorkontrollleuchte wieder an und ich hatte die Chance, das Auto noch mal reparieren zu lassen. Sie erinnern sich, Dienstag wollte ich nach Österreich fahren. Bei meinem Autohaus Vossiek in Schweinfurt wurde dann die 3. Zündspule getauscht. Auto lief wieder. Puhh, Glück gehabt.

Am nächsten Tag hatte ich schon ein ungutes Gefühl. 480 km, viele Berge und Tunnel. Das war natürlich unbegründet. Die Berge und Tunnel bekam der Passat an diesem Tag nie zu Gesicht. 30 km vor der österreichischen Grenze blinkte zum ersten Mal wieder die gelbe Motorkontrollleuchte. Sie ging wieder aus und das Autohaus Seitz in Wangen empfahl mir weiter zu fahren. Wieder auf der Autobahn ging besagte Lampe abermals an. Ich fuhr die nächste Abfahrt wieder runter und informierte den Notdienst. (Ich hätte mich abschleppen sollen, dann hätte ich einen Mietwagen auf Kosten der Mobilitätsgarantie bekommen. So musste ich ich selber zahlen) Aber das Notprogramm lief ja noch, so dass ich die 2 km zum Autohaus Seitz in Lindau noch gerade so schaffte.

Nachdem dann auch die 4. Zündspule getauscht wurde, blieb zum Erstaunen aller der Fehler bestehen. Ich merkte schon, das wird nichts mehr an dem Tag und musste wie gesagt einen Mietwagen nehmen. Es wurde am Auto getauscht und probiert. Letztlich wurde der Tank ausgepumpt und neues Benzin eingefüllt. Ganz ehrlich, ich bin zwar kein Experte, aber bei drei mal dem selben Symptomen sollte plötzlich das Benzin schlecht sein? Egal, ich kam 4 Tage später aus Österreich zurück und das Auto lief und ich war 758 Euro ärmer.

Ich kam zumindest bis Schweinfurt. Und, bei unteren Drehzahlen lief das Auto immer noch unrund. Ich informierte vorsorglich meine Werkstatt. Schließlich leuchtete noch keine Lampe auf. Zumindest keine gelbe. Hatte der Techniker diese vielleicht abgeklemmt?

Einen Tag später kam eine andere Lampe, rot mit Batteriesymbol. Mitten auf einer Kreuzung ging die Kiste aus. Sie wissen ja, was man in so einem Fall macht. Nicht auszudenken, wenn das in einem der einspurigen kilometerlangen Tunnel in Österreich passiert wäre. Entweder man hätte mich überfahren oder die Urlauber hätten mich wegen der Stauverursachung gelyncht.

Mittwoch konnte ich mein Auto wieder holen. Das Abgasrückventil war es diesmal. Sagt man.

Sie können sich sicher ausmalen, wie hoch mein Vertrauen in dieses Fahrzeug noch ist. Ich weiß gar nicht, ob ich mich überhaupt noch in einem Radius von 10 km von einer Werkstatt entfernen darf.

Ich frage mich wirklich, warum Produkte am Kunden ausgetestet werden müssen. Das mal was an einem Auto passieren kann, ist verständlich. Aber so was?

Ich habe da mal einen Testbericht über 100.000 km über einen VW Touran gelesen. Ich glaube VW weiß, welchen Bericht ich meine. Ich hatte diesen gelesen, nachdem ich meinen Passat hatte. Das Schlimme ist, mein Passat hat erst 32.000 km runter. Was kommt da noch???

Aufgrund der vielen Unannehmlichkeiten, die ich bisher mit diesem Fahrzeug hatte und wahrscheinlich noch haben werde, möchte ich gerne einen Kulanzantrag über die letzten Rechnungen stellen. (Zwei sende ich Ihnen im Anhang dieser Mail mit) Schließlich haben bisher alle Reparaturversuche nichts gebracht außer Ärger. Die noch offenen Rechnungen vom Autohaus Vossiek reiche ich nach.

Mein nächstes Auto sollte eigentlich ein Tiguan sein. Ob ich aber jemals wieder Vertrauen zu VW habe, hängt unter anderem auch davon ab, wie kulant sich VW gegenüber geläuterten Kunden zeigt. Für mich bleibt erst mal nur zu hoffen, dass sich ein Käufer für diesen Passat findet.

Ich möchte Sie daher bitten, sich dieser Sache mit Priorität anzunehmen und Rücksprache mit mir über diesen Fall zu halten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

… ich bin noch gar nicht ganz fertig mit dieser Mail, da musste ich heute feststellen, dass schon wieder die gelbe Motorkontrollleuchte brannte. Da bin ich insgesamt 8 km nach dem letztem Reparaturversuch gefahren. Ich möchte ja nicht Unken, irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich bald 0800-VWSERVICE anrufen muss. Es ist absolut crazy.

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